Quellen
Jede Recherche stützt sich auf Quellen, die sich nachprüfen lassen: die Listen der Ansiedlung von 1764 bis 1767, die Revisionslisten der Kolonien, Kirchenbücher, Koloniechroniken, Gedenkbücher und Bestände staatlicher und kirchlicher Archive in Deutschland und Russland. Erinnerungen der Familie werden ernst genommen, sie sind oft der Schlüssel. Als Beleg gelten sie erst, wenn eine Quelle sie bestätigt.
Belege
Ein Bericht ist keine ausgeschmückte Erzählung. Er hält fest, was die Quellen hergeben, und zeigt, woher jede Angabe stammt. Zentrale Angaben tragen deshalb eine Quellenziffer. Am Ende steht das vollständige Quellenverzeichnis. So sehen Sie bei jedem Satz, worauf er beruht, und können ihn selbst nachvollziehen oder von anderen prüfen lassen.
Einordnung
Nicht jede Aussage ist gleich sicher. Deshalb wird jeder Befund einer von drei Stufen zugeordnet:
Eine Quelle nennt die Person oder Familie ausdrücklich, und die Angaben passen zusammen.
Mehrere Hinweise stützen die Aussage, ein direkter Beleg fehlt aber noch.
Die Quellen reichen nicht aus. Offene Punkte werden benannt, mit einem Hinweis, wo sich weitersuchen ließe.
Archive in Russland und vor Ort
Viele Akten liegen in Russland: Strafakten, Unterlagen der Sondersiedlung und die Bestände der Gebietsarchive. Anfragen dorthin gehören zur Einzelfallrecherche. Wie lange eine Antwort dauert, hängt vom Archiv ab. Über Kontaktpersonen vor Ort geht es oft schneller als auf dem üblichen Weg.
Was weder online noch per Anfrage zugänglich ist, wird vor Ort in Archiven und Bibliotheken eingesehen.
Grenzen
Vieles ist erhalten, manches nicht. Die Volkszählung von 1897 ist für die Wolgakolonien größtenteils verloren, Kirchenbücher sind von Dorf zu Dorf sehr unterschiedlich überliefert, und Namen erscheinen in russischen Akten oft in veränderter Schreibweise. Wann ein russisches Archiv antwortet, lässt sich auch mit Kontakten vor Ort nicht fest zusagen. Wenn die Quellen zu einer Frage nichts hergeben, steht das offen im Bericht.
Vertraulichkeit
Familiengeschichten sind persönlich. Ihre Angaben werden nur für Ihre Recherche verwendet, veröffentlicht wird nichts ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung. Die Beispielberichte zeigen erdachte Familien, gekennzeichnet mit einem Sternchen, in echten Kolonien und mit echten Quellen.
Sprachen und Schrift
Recherchiert wird auf Deutsch und Russisch, übertragen werden alte Handschriften beider Sprachen: deutsche Kurrentschrift, Sütterlin und russische Schreibschrift des 19. und 20. Jahrhunderts.
