WolgawurzelnPortal für russlanddeutsche Familiengeschichte

Arbeitsweise

Wie Wolgawurzeln recherchiert, woran Sie eine belastbare Aussage erkennen und wo die Grenzen der Überlieferung liegen.

Die reformierte Kirche der Kolonie Norka mit Glockenturm und Säulenportal, davor ein Zaun und die unbefestigte Dorfstraße
Reformierte Kirche in NorkaHistorische Aufnahme, Fotograf unbekannt, über enc.rusdeutsch.ru, CC BY-SA 4.0

Quellen

Jede Recherche stützt sich auf Quellen, die sich nachprüfen lassen: die Listen der Ansiedlung von 1764 bis 1767, die Revisionslisten der Kolonien, Kirchenbücher, Koloniechroniken, Gedenkbücher und Bestände staatlicher und kirchlicher Archive in Deutschland und Russland. Erinnerungen der Familie werden ernst genommen, sie sind oft der Schlüssel. Als Beleg gelten sie erst, wenn eine Quelle sie bestätigt.

Belege

Ein Bericht ist keine ausgeschmückte Erzählung. Er hält fest, was die Quellen hergeben, und zeigt, woher jede Angabe stammt. Zentrale Angaben tragen deshalb eine Quellenziffer. Am Ende steht das vollständige Quellenverzeichnis. So sehen Sie bei jedem Satz, worauf er beruht, und können ihn selbst nachvollziehen oder von anderen prüfen lassen.

Einordnung

Nicht jede Aussage ist gleich sicher. Deshalb wird jeder Befund einer von drei Stufen zugeordnet:

belegt

Eine Quelle nennt die Person oder Familie ausdrücklich, und die Angaben passen zusammen.

wahrscheinlich

Mehrere Hinweise stützen die Aussage, ein direkter Beleg fehlt aber noch.

offen

Die Quellen reichen nicht aus. Offene Punkte werden benannt, mit einem Hinweis, wo sich weitersuchen ließe.

Archive in Russland und vor Ort

Viele Akten liegen in Russland: Strafakten, Unterlagen der Sondersiedlung und die Bestände der Gebietsarchive. Anfragen dorthin gehören zur Einzelfallrecherche. Wie lange eine Antwort dauert, hängt vom Archiv ab. Über Kontaktpersonen vor Ort geht es oft schneller als auf dem üblichen Weg.

Was weder online noch per Anfrage zugänglich ist, wird vor Ort in Archiven und Bibliotheken eingesehen.

Grenzen

Vieles ist erhalten, manches nicht. Die Volkszählung von 1897 ist für die Wolgakolonien größtenteils verloren, Kirchenbücher sind von Dorf zu Dorf sehr unterschiedlich überliefert, und Namen erscheinen in russischen Akten oft in veränderter Schreibweise. Wann ein russisches Archiv antwortet, lässt sich auch mit Kontakten vor Ort nicht fest zusagen. Wenn die Quellen zu einer Frage nichts hergeben, steht das offen im Bericht.

Vertraulichkeit

Familiengeschichten sind persönlich. Ihre Angaben werden nur für Ihre Recherche verwendet, veröffentlicht wird nichts ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung. Die Beispielberichte zeigen erdachte Familien, gekennzeichnet mit einem Sternchen, in echten Kolonien und mit echten Quellen.

Sprachen und Schrift

Recherchiert wird auf Deutsch und Russisch, übertragen werden alte Handschriften beider Sprachen: deutsche Kurrentschrift, Sütterlin und russische Schreibschrift des 19. und 20. Jahrhunderts.